Physik der Schwermut // Georgi Gospodinov
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Physik der Schwermut // Georgi Gospodinov

Puh. Fast am Ende der mit B beginnenden Länder angekommen, stellt sich eine Schwierigkeit besonders heraus: wenn zwei Bücher hintereinander anstrengend zu lesen sind, mich nicht fesseln und ratlos zurücklassen. Nach Written in Black (K.H. Lim, aus Brunei) bin ich in Bulgarien angelangt und habe mich für Physik der Schwermut von Georgi Gospodinov, erstmals 2011 in Bulgarien veröffentlicht, entschieden. Sowohl Cover als Titel sind sehr poetisch, der Klappentext verspricht die Geschichte eines Mannes, der sich durch seine übergroße Empathie in alles und jeden hineinversetzen kann, seien es Familienmitglieder, mystische Gestalten oder Tiere. Das klingt faszinierend, oder?

Der Anfang des Buches ist den Erwartungen entsprechend: wir erfahren über die Kindheit des Erzählers, aber auch über die seines Großvaters und anderer Familienmitgliedern, in deren Geschichten er sich aufgrund seiner übergroßen Empathie ungewollt und plötzlich wiederfindet. Leider schafft es Gospodinov nicht, dieses faszinierende, magische Erzählen über längere Strecken aufrecht zu erhalten, und die zweite Hälfte des Buches plätschert dann nur noch so vor sich hin.

Bulgarien ist ein Land, das gar nicht so weit weg ist, über das ich aber trotzdem wenig weiß: Teil der ehemaligen Sowjetunion, seit 2007 Teil der EU. Der erste Teil von Physik der Schwermut hat mir das Aufwachsen im sozialistischen Bulgarien sehr eindringlich nähergebracht, nur leider habe ich im zweiten Teil so sehr das Interesse am Buch verloren, dass ich gar nicht genau sagen kann, was dort eigentlich noch geschehen ist.


Titel: Physik der Schwermut
Originaltitel: Fizika na tagata
Autor: Georgi Gospodinov
Übersetzer: Alexander Sitzmann
Erstmals erschienen: 2011

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