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Bosnien und Herzegowina: Ich passe.

Ich muss eine vorläufige Niederlage eingestehen

Bisher hat mein Experiment, ein Buch aus jedem Land der Erde zu lesen, ganz gut geklappt. Bis jetzt. In Bosnien und Herzegowina angekommen, hatte ich mir erst einen Klassiker herausgesucht: Die Brücke über die Drina von Ivo Andrić. Ich habe es ungefähr bis auf Seite 60 von 450 geschafft, bis ich aufgegeben habe.

Es geht um eine Brücke, und um die Menschen, die um diese Brücke gelebt, gearbeitet, gelacht und geweint haben. Ein Panorama einer Stadt, die von einer Brücke dominiert wird, über Jahrhunderte hinweg. An sich kann ich nichts schlechtes über das Buch sagen, einige Teile fand ich sogar ganz interessant, aber insgesamt wurden mir die Brückengeschichten so langweilig, dass es mich schon grauste, wenn ich das Buch in die Hand nahm.

Also ein zweiter Anlauf, diesmal mit einem zeitgenössischen Buch: Zwei Jahre Nacht von Damir Ovčina. Der Autor verbrachte zwei Jahre während des Bosnienkrieges in Sarajevo und konnte nicht aus der Stadt heraus. Diese Erfahrung hat er in Zwei Jahre Nacht verarbeitet. Zeithistorisch ist dies mit Sicherheit ein wichtiges und interessantes Werk, aber leider konnte ich mich nur durch etwa ein Drittel des Buches quälen. Der Stil ist abgehackt und erinnert an stream-of-consciousness-Werke, nur dass es fast nur Beschreibungen der äußeren Welt und Erfahrungen gibt, keine Emotionen, Analysen oder ähnliches. Dies soll sicher an die traumatische Kriegserfahrung anlehnen, hat für mich aber rein gar nicht funktioniert. Ähnlich wie Die Brücke über die Drina gibt es keinen zusammenhängenden Plot, sondern miteinander verknüpfte, kürzere Episoden.

Falls mir nochmal ein Buch aus Bosnien und Herzegowina über den Weg läuft, werde ich es natürlich weiter versuchen – leider war es schon schwierig, überhaupt diese beiden Bücher aufzutreiben.

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