Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst // Nick Hornby
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Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst // Nick Hornby

Louise hat Tom betrogen, Tom will nicht mehr mit Louise schlafen, die Ehe der beiden liegt in Trümmern. Oder doch nicht? Um das zu kitten, was vielleicht noch da ist, machen die beiden eine Paartherapie und treffen sich vor jeder Sitzung im Pub um über die letzte Sitzung, ihre Ehe und das Leben zu reden.

Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst ist eher Drama als Roman: es fehlen nur die Regieanweisungen und die Hinweise darauf, wer gerade spricht, um das Buch als Theaterstück umzufunktionieren. Und hier liegt auch einer der Schwachpunkte des Buches: es besteht hauptsächlich aus Schlagabtauschen zwischen Tom und Louise, bei denen es von Zeit zu Zeit schwierig ist, zu unterscheiden, wer gerade eigentlich spricht.

Titel und Klappentext versprechen eine “Ehe in zehn Sitzungen”, “wie aus dem wahren Leben” – für mich ist es eher ein Schauermärchen. Tom und Louise wirken verbittert und der Humor hat bei mir leider nicht wirklich angeschlagen – zu boshaft, zu vermeidend und teilweise zu vulgär. Warum die Ehe der beiden überhaupt rettenswert sein sollte, erschließt sich mir nicht; ebenso wenig, was die beiden überhaupt noch zusammenhält. Die Ehekrise erscheint wie eine Farce, wie etwas, das man eben auch noch abhaken muss, um das “richtige” Leben zu führen.

Es ist das dritte Buch Nick Hornbys, das in meinem Bücherregal gelandet ist und ich kann inzwischen ziemlich sicher sagen, dass ich mit dem Sozialmilieu, in dem sich Hornbys Figuren bewegen, nichts anfangen kann. Und wieso gibt es in jedem Buch einen Musikkritiker? Gibt es keine anderen Berufe?


Titel: Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst
Originaltitel: State of the Union: A Marriage in Ten Parts
Autor: Nick Hornby
Übersetzer: Ingo Herzke
Erstmals erschienen: 2019 (2020)

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