Schlusslichter // Georges Simenon
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Schlusslichter // Georges Simenon

Ein belgischer Autor und die USA der 1950er Jahre

Whiskey, Zigaretten, Autos: Georges Simenons Schlusslichter ist eine sehr männliche Version der USA der 1950er Jahre. Steve und Nancy Hogan fahren am Labor Day-Wochenende los, um ihre Kinder aus dem Sommercamp abzuholen, streiten sich auf dem Weg und Nancy verschwindet, während Steve seinen dritten, vierten oder fünften Whiskey in einer Bar am Rande des Highways trinkt.

In den letzten Jahren gab es einen Hype um “One Shot”-Filme, die ohne Schnitte oder zeitliche Sprünge auskommen. Schlusslichter ist ein literarischer “One Shot” – das gesamte Buch spielt sich über einen Nachmittag, die Nacht und den folgenden Tag ab und folgt Steve Hogan bei seiner Suche nach sich selbst und schließlich nach seiner Frau.

Das Buch ist nicht lang und sehr rapide erzählt, es kommt also keine Langeweile auf. Stilistisch hat es mich ein bisschen an Charles Bukowski erinnert, von dem ich ein paar Bücher angefangen, aber keines beendet habe, da sie mir immer zu wirr und männlich waren. Simenon behält zwar die fast schon klischeehafte Männlichkeit, schreibt aber sehr stringent.

Obwohl man es aufgrund der Geschichte nicht vermuten würde, war dies übrigens mein literarischer Halt in Belgien und meine erste Begegnung mit Georges Simenon, der wahnsinnig viele (und bekannte) Bücher geschrieben hat, von denen ich bisher noch keines gelesen hatte.


Titel: Schlusslichter
Originaltitel: Feux Rouges
Autor: Georges Simenon
Übersetzerin: Stefanie Weiss
Erstmals erschienen: 1953

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